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Newsletter 01-2021

- Neuwahl für das Amt des/der ersten Vorsitzenden, Finanzen

- Ergebnis der Initiative für einen kommunalen Betriebskostenzuschusses

- Aktuelles / Planung für das laufende Jahr

 

Liebe Eltern, Freunde und Förderer der Musikschule,

die Musikschule Burscheid e.V. wird im nächsten Jahr ihren 50. Geburtstag feiern können – dies ist zunächst die gute Nachricht. Durch die Ereignisse der vergangenen Monate ist das Schreckgespenst der Einstellung des Lehrbetriebes vorerst vom Tisch. Dennoch gibt es weiterhin wenig Anlass, sich entspannt zurückzulehnen, doch dazu später mehr.

Was vielen Bürger/innen in Burscheid gar nicht bewusst ist: Der Urahn und Vorläufer unserer Einrichtung wurde bereits im Jahr 1817 durch die Musicalische Academie gegründet. Auch wenn schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Lehrbetrieb wieder eingestellt und erst weitere 70 Jahre später wieder aufgenommen wurde, zählt Burscheid trotzdem somit zu den bundesweit ältesten Standorten für musikalische Bildung. Eine große Tradition, die aufrecht erhalten und gepflegt werden will!

 

Neuwahl 1. Vorsitz, Finanzen

Der Termin für die Mitgliederversammlung wurde noch nicht festgelegt, da wir diese Veranstaltung unbedingt in Präsenzform durchführen wollen. Wir müssen somit noch eine Zeit lang die pandemische Situation beobachten, die Terminansetzung wird vermutlich im Herbst erfolgen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt wird die Neuwahl für das Amt des ersten Vorsitzes der Musikschule werden. Unser erster Vorsitzende, Michael Baggeler, wird im Rahmen dieser Versammlung nicht erneut kandidieren, somit ist eine Neubesetzung dringend notwendig. Über diesen Weg möchte ich Sie aufmuntern, über eine eigene Kandidatur nachzudenken – oder Personen anzusprechen, von denen Sie glauben, dass diese für so eine Position geeignet wären. Voraussetzung dafür wäre die Liebe zur Musik und die Sympathie für einen musikpädagogischen Standort in Burscheid. Die Beherrschung eines Instrumentalfaches ist ausdrücklich nicht erforderlich.

Sollten Sie Fragen dazu haben, selbst kandidieren oder vermitteln wollen, wenden Sie sich bitte direkt an uns!

Der Kassenbericht für das vergangene Jahr brachte ein etwas überraschendes Ergebnis: Entgegen dem Trend der vergangenen Jahre konnten wir trotz der vielen Einschränkungen unser Defizit im leichten Umfang senken. Ein wichtiger Grund dafür war die Solidarität unserer zahlenden Mitglieder, die teilweise auf Erstattungen verzichtet haben und uns trotz der teilweise ungünstigen Umstände, die der Online-Unterricht mit sich bringt, die Treue gehalten haben – dafür unser allerherzlichster Dank! Ein weiterer Grund dafür ist allerdings sehr bedauerlich gewesen und soll so bald wie möglich auch nicht mehr als Einsparpotential herhalten müssen: Der zwangsweise erfolgte Verzicht auf die Durchführung kostenintensiver Veranstaltungen und Konzerte sorgte für eine deutlich bessere Bilanz in der Ausgabenspalte.

 

 

 

 

 

 

Insgesamt betrachtet lässt sich das Haushaltsjahr 2020 nicht als Maßstab für die momentane Situation und die Einschätzung für das laufende Jahr gebrauchen, zu viele Abweichungen in den einzelnen Kostenstellen in beide Richtungen im Vergleich zu den Vorjahren waren hierbei festzustellen.

Die Details sowie der Geschäftsbericht werden im Rahmen der Mitgliederversammlung vollständig dargelegt werden.

 

Kommunaler Betriebskostenzuschuss

Fast genau ein Jahr ist es her, dass wir uns zum wiederholten Male über Presse, offene Briefe an die Fraktionen und Unterschriftenaktionen um eine Bestandsicherung unserer Einrichtung bemüht haben. Die Entwicklung unserer Finanzen suggerierte das Aus innerhalb von 2-3 Jahren, unsere eigenen Rücklagen wären Ende 2022 aufgebraucht gewesen.

Im Vergleich zur Initiative, die wir bereits vier Jahre zuvor schon mal gestartet hatten, konnten wir jetzt eine deutlich gestiegene Unterstützung in der Burscheider Parteienlandschaft erzielen: Die Fraktionen der SPD, BFB und der FDP setzten sich dafür ein, den zuletzt Ende der 80er Jahre geleisteten Betriebskostenzuschuss seitens der Stadt wieder aufzunehmen. Leider konnte dennoch im Rahmen der Hauptausschusssitzung der Stadt, im Rahmen dessen der Haushalt für das laufende Jahr zur Debatte stand, keine Mehrheit für den Antrag der SPD und BFB erzielt werden. Auch der Antrag der FDP, der eine Nummer kleiner angesetzt war, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Das Hauptargument gegen eine kommunale Kostenbeteiligung liegt in der Annahme, dass durch die Förderung der Musikschule eine Ungleichbehandlung gegenüber den anderen Vereinen Burscheids entstehen würde. Hierzu wurde (nicht nur von uns) bereits alles gesagt, die Fronten sind verhärtet.

Übrig blieb ein Vorschlag der Stadtverwaltung, eine vorübergehende Finanzhilfe durch Rücklagen der „Burscheid-Stiftung“ zu gewährleisten. Diese Maßnahme unterstützend soll zusätzlich eine externe Expertise hinzugezogen und finanziert werden, die der Musikschule durch strukturelle und wirtschaftliche Reformen zu einer zukünftigen Eigenfinanzierung ohne öffentliche Mittel und somit langfristigen Perspektive verhelfen soll.

Unabhängig von den Ergebnissen der Expertise bleibt dennoch festzuhalten: Das Problem ist bestenfalls verschoben, aber nicht aufgehoben. Die augenblickliche Lösung wird zwei, vielleicht drei Jahre Bestand haben, die Problematik der Unterfinanzierung wird auch nicht durch das Engagement der Burscheid-Stiftung gelöst. Die viel zu niedrig angesetzten Personalkosten spielten in der politischen Auseinandersetzung keine Rolle, der gesamte Status Quo unserer Schule wird in den überwiegenden Teilen des Rates massiv angezweifelt. Somit werden wir auch in den nächsten Jahren Überzeugungsarbeit leisten müssen, denn der Leistungskatalog in der jetzigen Form ist ohne Subvention nicht haltbar. Ein Ausbleiben kommunaler Kostenbeteiligung zieht die Streichung des Landeszuschusses nach sich, der Status der Gemeinnützigkeit und die Mitgliedschaft im VdM wären hinfällig. Die Folgen: Ein zusammengestrichenes Angebot, der Lehrbetrieb meist ohne examiniertes Personal, das Ganze zu Konditionen, die ein Großteil unserer Schülerschaft nicht mehr tragen kann oder möchte.

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles, Planung 2021

Es gibt trotzdem auch immer wieder Lichtblicke in düsteren Zeiten, dazu wäre ganz aktuell insbesondere das wieder mal hervorragende Ergebnis unserer Teilnehmerinnen im Wettbewerb „Jugend Musiziert“ zu benennen.  Dabei bemerkenswert sind dieses Mal die besonderen Umstände bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb, die notwendige Flexibilität bedingt durch die sehr kurzfristig erfolgte Umwandlung in einen Videowettbewerb sowie die Tatsache, dass sämtliche Teilnehmerinnen den beiden jüngsten Altersklassen zugeordnet sind – ein Beleg für die sehr gute Basisarbeit unserer Lehrkräfte.

Wir gratulieren und freuen uns mit:

Lucie Bold (Blockflöte, 1. Preis, Dozentin: J. Stepalska - Spix)                                                                                   

Emilia Heß (Harfe, 1.Preis, Dozentin: Z. Orlishausen)                                                                                                       

Elisa Heß (Querflöte, 1. Preis, Dozentin: J. Stepalska - Spix)                                                                                             Theresa Frerichs (Blockflöte, 2. Preis, Dozentin: U. Witt)                                                                                         

Hannah Terjung (Violine, 1.Preis, Dozent: Hermann Schmalz)

Erfreuliche Signale auch aus Düsseldorf: Das Land NRW startet dieses Jahr das Programm „Musikschuloffensive“, im Rahmen dessen öffentlich-gemeinnützige Musikschulen durch verschiedene Fördermaßnahmen profitieren, u.a. auch für die Schaffung von Stellen. Die Musikschule Burscheid darf sich berechtigte Hoffnungen machen, an diesem Programm partizipieren zu dürfen.

Im vergangenen Jahr konnten wir trotz Corona in den Schülerzahlen leicht zulegen, außerdem wurden Initiativen der Musikschulen im regionalen Umfeld für eine engere Verzahnung gestartet – hier sind viele Anregungen entstanden, die uns in der Zukunft mehr Möglichkeiten und Perspektiven verschaffen könnten (dazu beizeiten mehr).

Eine seriöse Planung von Veranstaltungen ist auch in diesem Jahr nicht zu leisten. Fest steht zunächst nur, dass die Mitgliederversammlung nach der Sommerpause angesetzt werden wird. Ob Konzerte, Tag der offenen Tür oder andere ähnlich gelagerte Veranstaltungen dieses Jahr durchführbar sind, kann nur spontan entschieden werden. Vorweg aber schon mal die Information, dass die Projektwoche und mit ihr die damit verbundene feste Eingliederung in die Struktur der Musikschule auf dem Prüfstand ist. Die Durchführung in diesem Jahr ist sowieso als unwahrscheinlich anzusehen, aber auch schon in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die augenblickliche Lösung nicht dem mehrheitlichen Willen unserer Schüler/innen entspricht.

Ebenso auf wackeligen Füßen steht der auf dieses Jahr verschobene Burscheider Beitrag zum Beethovenjahr 2020. Der zunächst im Juni angesetzte Termin ist nicht haltbar und auf den 25.09. verlegt worden. Eine weitere Verlegung ist nicht möglich, es steht und fällt somit mit der zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeit für die gebotenen Beiträge. Da es sich hier hauptsächlich um Ensembles und Orchester handelt, sind wir auf Lockerungsmaßnahmen vor den Sommerferien angewiesen. Daumen drücken ist folglich die Devise, es wäre sehr schade, wenn diese tolle Veranstaltung nicht durchgeführt werden könnte.

Aber immerhin: Ein Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar. Gemeinsam werden wir diese schwere Zeit überbrücken und uns auf das freuen, was dann hoffentlich folgen wird: Eine lebendige Musikschule, in der es wieder laut ist, Begegnungen stattfinden und auf Konzerten unsere Schülerinnen und Schüler mit Freude und Stolz präsentieren können, was sie bei uns gelernt haben.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und optimistisch!

 

Thomas Kinzel

(Musikschulleitung)