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Burscheider Musikschule freut sich über viele Neuanmeldungen

Vorstand sieht im laufenden Jahr eine erfreuliche Trendwende - mehr Schüler, mehr Kooperationen

Burscheid - Die Zahlen sind ernüchternd, trotzdem sind die Verantwortlichen der Burscheider Musikschule guter Dinge. Vorsitzender Michael Baggeler und der musikalische Leiter Thomas Kinzel zogen nun anlässlich der Jahreshauptversammlung Bilanz. 2017 ging die Schülerzahl von 547 auf 481 zurück. Ähnlich sei der Rückgang von 2015 auf 2016 gewesen. Aber: Allein in den ersten Wochen des neuen Jahres gab es so viele Neuanmeldungen, dass die Talsohle überschritten scheint.

„Gerade hat sich der 500. Schüler angemeldet. Wir rechnen mit einer positiven Trendwende im Laufe des Jahres“, sagte Baggeler.

Kompetente Kollegen

Begünstigend komme die Umstellung von G 8 auf G 9 hinzu, so dass Hoffnung bestehe, dass Schüler weiterführender Schulen wieder Muße haben, ein Instrument zu lernen.

Auch bei der musikalischen Früherziehung geht es aufwärts. So stieg die Schülerzahl im vergangenen Jahr von 26 auf 35. Mit mittlerweile acht Gruppen hat man einen Höchststand erreicht, im April startet die Zusammenarbeit mit zwei Kitas. „Die Früherziehung ist die Wurzel einer jeden Musikschule. Und wir haben eine sehr fähige Kollegin für diesen Bereich gewinnen können“, sagte Kinzel.

Die dunklen Wolken in Sachen Finanzierung allerdings sind noch nicht aus dem Weg. „Die Musikschule hat ein Einnahmenproblem“, erklärte Baggeler. Denn diese gingen im vergangenen Jahr von 331.613 Euro auf 306.909 Euro zurück, um sieben Prozent seien die Einnahmen bei Unterrichtsgebühren und Förderbeiträgen zurückgegangen. Das Defizit belief sich Ende 2017 auf 18.600 Euro, ein Jahr vorher lag der Verlust bei 9700 Euro. Laut Baggeler muss die Musikschule auf Rücklagen zurückgreifen, die aufgrund eines großzügigen Erbes, das der Bildungseinrichtung vor Jahren zukam, zur Verfügung stehen. Aber diese Geldquelle sei endlich, könne bis 2021 die Lücken schließen, aber viel länger nicht. Baggeler nannte bewusst das Jahr, in dem Burscheid seine Haushaltsmisere überwunden haben und nicht mehr Stärkungspaktkommune sein sollte.

Kommunale Förderung

Dann wiederum wäre die Gelegenheit, der Musikschule, die privat als Verein organisiert ist aber einen öffentlichen Bildungsauftrag wahrnimmt, eine kommunale Förderung zu gewähren. Die Gebührenschraube weiter anzuziehen, um die 38 Dozenten angemessen zu bezahlen und steigende Kosten wie Raum- und Energiekosten zu schultern, zu diesem Mitteln greift die Musikschule nur äußerst ungern. Die Erfahrungen geben recht. Eine Gebührenerhöhung, die im vergangenen Jahr unumgänglich gewesen sei, hätten 25 Schüler zum Anlass genommen, ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch zu nehmen.

Optimistisch stimmt die Zusammenarbeit mit dem Werner-Heisenberg-Gymnasium in Lützenkirchen. Dort nehmen mittlerweile 70 Schüler Instrumentalunterricht. Zuletzt rückläufig war der Trend an der Burscheider Johannes -Löh-Gesamtschule. Die dortige Bläserklasse mit zuletzt nur noch zwölf Schülern wurde aufgelöst. Aber man wagt einen Neuanfang, es gibt 25 Interessenten. Und zu den Blasinstrumenten sollen Schlagwerk und Keyboard hinzukommen. Ziel der Musikschule ist es laut Baggeler mit der Orchesterschule in Hilgen zusammenzuarbeiten, die ersten Gespräche seien vielversprechend verlaufen.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde Sandro Martinez einstimmig zum zweiten Vorsitzenden und Dirk Stein einstimmig zum Schatzmeister gewählt.

Jan Sting, Kölner Stadt-Anzeiger, 08.03.2018

– Quelle: www.ksta.de/29835004 ©2018